Arbeit und Wohnen

Aufgenommen werden neun Jugendliche und junge Erwachsene ab 17 Jahren in fünf Wohnungen.
Dieses Wohnprojekt wurde zunächst speziell für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer entwickelt. Aufgrund der veränderten politischen Situation steht es nunmehr allen jungen Menschen zur Verfügung.
Die Zielgruppe bilden junge Menschen mit sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen. Dazu gehören auch weiterhin ausländische Jugendliche und junge Volljährige.
Soziale Benachteiligungen können aufgrund des sozialen Umfelds, der ökonomischen Situation, familiärer Problemlagen, geringer schulischer Bildung, aufgrund geschlechtsbezogener Diskriminierung, oder aufgrund der ethnisch-kulturellen Herkunft bestehen.
Mögliche individuelle Beeinträchtigungen können psychischer oder auch physischer Art sein. Dazu zählen insbesondere Lernbeeinträchtigungen, Lernstörungen und -schwächen, Leistungsbeeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen und -störungen, seelische Behinderungen sowie psychische Belastungen oder Erkrankungen.
Häufig ist es dieser Zielgruppe nicht gelungen, einen Schulabschluss zu erwerben. Ebenso werden mit dieser Betreuungsform erfolglose Absolvent/-innen des Berufsvorbereitungsjahres ohne entsprechende Zukunftsperspektiven angesprochen oder Jugendliche und junge Volljährige, die im Rahmen von Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung gescheitert sind. Auch junge Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und entsprechenden Förderbedarfen gehören diesem Personenkreis an.

Voraussetzungen für die Aufnahme sind ein Mindestmaß an lebenspraktischen Fähigkeiten, Absprachefähigkeit und die Motivation, sich mit der eigenen Zukunft in Bezug auf die Arbeitswelt und das eigenständige Leben auseinanderzusetzen.
Zudem können junge Volljährige aufgenommen werden, deren Unterstützungsbedarf in stationären Wohngruppen gemäß § 34 oder 35a SGB VIII erfüllt wurde, die aber weiterhin einen Hilfebedarf gemäß § 13 SGB VIII mitbringen.

Den zu Betreuenden wird geeigneter Wohnraum in Wohngemeinschaften mit in der Regel jeweils zwei jungen Menschen zur Verfügung gestellt. Sie werden bei der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben in einer Wohngemeinschaft begleitet und unterstützt. Die Ermittlung der persönlichen Voraussetzungen, der Ressourcen und Fähigkeiten in Bezug auf schulisch-berufliche Fördermaßnahmen sowie das Herausarbeiten der individuellen Betreuungsschwerpunkte stehen zu Beginn der Maßnahme im Vordergrund. Auch das Erfassen vorhandener Netzwerke und möglicher Kooperationspartner/-innen ist bedeutsam, um zielgerichtet die weitere pädagogische Arbeit gestalten zu können. Hauptziel ist es, die jungen Menschen auf die eigenständige Lebensführung in eigenem Wohnraum vorzubereiten und die berufliche Eingliederung zu erreichen.